Nachfolge: ein Steuerungsproblem

Auch die psychischen Aspekte müssen stimmen, damit die Schlüsselübergabe gelingt.

Mehr als wirtschaftliche Aspekte

Unternehmen schließen, verkaufen, übergeben? Kaum eine andere Entscheidung, die Unternehmer treffen mussten, tangiert so viele Bereiche wie die über ihre Nachfolge. Beim Thema „Unternehmensübergabe“ kommen folgende Aspekte zur Sprache: Unternehmenswert, Bilanz, Finanzierung, Alterssicherung und Erbrecht, Eigentumsübergang, Vertragsrecht, Steuerrecht und zeitliche Planung. Was häufig vergessen wird, sind die psychosozialen Faktoren, die mit großen Emotionen verbunden sind. Hierzu zählen zum Beispiel das Anvertrauen eines Lebenswerks, Machtkonstellationen, Interessenkonflikte, Vertrauen in den oder die Nachfolger:in, Neuaufbau der Kundenbeziehungen, Zukunftsperspektive der Abgebenden, Loslassen können, Wandel von Werten und Unternehmenskultur. Diese Faktoren einer Unternehmensübergabe gilt es zu bewältigen und zu steuern. In fast allen Fällen gilt es, verschiedene Expert*innen zum richtigen Zeitpunkt sukzessive einzubinden. Eine gute Entwicklung im Vorlauf Mehr als wirtschaftliche Aspekte Nachfolge: ein Steuerungsproblem vermeidet Probleme und Scheitern im Übergabeprozess. Es handelt sich um einen mehrjährigen Prozess, der im besten Falle sieben bis zehn Jahre vor der eigentlichen Übergabe beginnen sollte. Dann gibt es genügend Zeit, um den Betrieb für den Wechsel gut aufzustellen. Eine gute Vorbereitung führt zu besser vorbereiteten Nachfolgern, einer besseren Unternehmenssubstanz und letztendlich zu besseren Übergabekonditionen. Nicht jede Übergabe klappt im ersten Anlauf. Manchmal sind mehrere Anläufe erforderlich, bis ein geeigneter Nachfolger fest im Chefsessel sitzt. Übergebende benötigen ausreichend Zeit, um loszulassen oder eine neue Passion finden, der sie sich widmen können. Gleichzeitig müssen Nachfolger auch Kompetenzen und Fertigkeiten erwerben, um den Betrieb fachlich, betriebswirtschaftlich und mit den Mitarbeitern zu führen. Nicht selten werden hierzu im Vorfeld der Übernahme auch Weiterbildungsmaßnahmen geplant und vollzogen. Für einige Branchen sind bestimmte Abschlüsse zu erwerben, z.B. bei Meistern im Handwerk.

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